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Hamburg ist lässig. Nichts bringt einen Hanseaten so leicht aus der Ruhe. Nur keinen Stress. Alles ganz suutje (Plattdeutsch für gemächlich, sachte) angehen lassen. Vielleicht liegt es an der Nähe zum Wasser, das ja bekanntlich eine beruhigende Wirkung hat. Hier die Alster, da die Elbe – die meisten Hamburger sitzen in ihrer Freizeit am Strand, unternehmen einen Segeltour oder einen langen Spaziergang am Elbufer. Das Wasser nimmt acht Prozent der Fläche Hamburgs ein und ist allgegenwärtig. Die ganze Stadt ist von kleinen Kanälen und Seitenarmen der Elbe durchzogen. 2 485 Brücken hat jemand in Hamburg gezählt. Und mit Neuwerk, Scharhörn und Nigehörn gehören sogar drei kleine Nordseeinseln vor Cuxhaven zum Stadtgebiet. Hamburg – die maritime Metropole.

Das Wasser ist es auch, das Hamburg zur Weltstadt gemacht hat. Und zum „Tor zur Welt“, wie die Hansestadt (die Hanse war im Mittelalter eine Handelsorganisation von Hafenstädten) gemeinhin genannt wird. Der Hamburger Hafen ist Deutschlands größter Seehafen. Und er wächst weiter. Im Jahr 2006 nahm der Seegüterumschlag um 7,3 Prozent zu und erreichte mit rund 135 Millionen Tonnen einen neuen Rekord.

Und die Hamburger lieben ihren Hafen. Mit rund 1,5 Millionen Menschen erreichte im Jahr 2006 auch der Hafengeburtstag, der jährlich drei Tage lang ausgiebig gefeiert wird, einen neuen Besucherrekord. Es ist wie ein dickes Dankeschön. Denn ob Reeperbahn, die sich zum Zeitvertreib für Seeleute entwickelt hat, der berühmte Fischmarkt, die historische Speicherstadt oder Hagenbecks Tierpark – alles verdanken die Hamburger ihrem Hafen, dessen Attraktivität mit dem derzeitigen Bau der Hafencity noch einmal um ein Vielfaches gesteigert wird.

Aber auch an vielen anderen Stellen setzt Hamburg die Segel. Die Hansestadt an der Elbe boomt. Die Zahl der Einwohner wächst und das Selbstbewusstsein der Hamburger steigt täglich. Seit 2001 steht in Bahrenfeld mit der Color Line Arena, benannt nach Norwegens größter Fährschiffreederei, Europas modernste Multifunktionshalle. Jedes Jahr werden neue Hotels und Shoppingcenter eröffnet, der Flughafen wird umfassend modernisiert und bis 2008 (endlich) ans S-Bahn-Netz angebunden.

Gelassen bleiben die Hamburger bei all dem Wirbel natürlich trotzdem. Denn mit Hamburg ist es wie mit den Ozeanriesen, die hier regelmäßig anlegen: In der Ruhe liegt die Kraft. Und ihr Lebensmotto lassen sich die Hanseaten niemals nehmen: Alles ganz suutje angehen lassen...

 

Quelle: New in the City